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Inhalte des MeteringForum. Newsletters September 2016

Topmeldungen
++ Bundeskabinett beschließt Anreizregulierungsverordnung
++ Forschungsprojekt „DC-INDUSTRIE“ gestartet
++ Internet der Dinge: Neue Task Force gegründet
++ EDNA Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation sucht Start-ups
++ devolo entwickelt intelligenten Stromzähler
++ Studie: Digitalisierung in der Stromwirtschaft schreitet zu langsam voran

Messwesen in den Medien
++ Smart Meter: Wer zahlt für die Energiewende?
++ Bund will Netzentgelte gerechter verteilen
++ De Maizière warnt vor Angriff auf Stromversorgung
++ Smart Cities-Die vernetzte Stadt
++ Gebäudeautomation ohne zentrale Steuereinheit
++ Was bedeutet Digitalisierung für die Gesellschaft?


Topmeldungen

++ Bundeskabinett beschließt Anreizregulierungsverordnung
Das Kabinett hat Anfang August die Anreizregulierungsverordnung mit dem vom Bundesrat vorgeschlagenen Maßgaben beschlossen. Der Bundesrat hatte am 8. Juli 2016 verschiedene Maßgaben verabschiedet, die die Bundesregierung mit dem Kabinettbeschluss nun angenommen hat. Wie das BMWi mitteilte, tritt die Rechtsverordnung nach ihrer Verkündung im Bundesgesetzblatt voraussichtlich noch diesen Sommer in Kraft.
Mit der Novellierung der Anreizregulierungsverordnung will die Bundesregierung den Investitionsrahmen für Verteilernetzbetreiber grundlegend reformieren. Bei steigenden Erneuerbaren-Anteilen müssen die Verteilernetze in den kommenden Jahren weiter ausgebaut und modernisiert werden. Gleichzeitig sollen die Kosten für die Energieverbraucher möglichst gering gehalten werden. Zur Verbesserung der Investitionsbedingungen können künftig steigende Kapitalkosten aus Investitionen ohne Zeitverzug bei den Netzkosten berücksichtigt werden. Im Gegenzug kommen durch den jährlichen Kostenabgleich auch Entlastungen bei den Kapitalkosten schneller den Energieverbrauchern zu Gute. Gleichzeitig werden besonders effiziente Netzbetreiber mit einem finanziellen Bonus belohnt.

++ Forschungsprojekt „DC-INDUSTRIE“ gestartet
Im Rahmen des 6. Energieforschungsprogrammes des BMWi ist der Startschuss für das branchenübergreifende Gleichstrom-Forschungsprojekt „DC INDUSTRIE“ gefallen. Darüber informierte der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) Mitte August. Mit dem Energieforschungsprogramm fördert die Bundesregierung Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die innovative Energietechnologien entwickeln. Insgesamt 21 Unternehmen aus der Industrie, 4 Forschungsinstitute und der ZVEI arbeiten im Projekt gemeinsam daran, die Energiewende in der industriellen Produktion umzusetzen und dafür mehr Energieeffizienz und Energieflexibilität in die industrielle Produktion zu bringen.
Ziel des Forschungsprojekts DC-INDUSTRIE ist, die Stromversorgung industrieller Anlagen über ein smartes, offenes Gleichstromnetz neu zu gestalten und die industrielle Energieversorgungsarchitektur zu digitalisieren. So soll das industrielle Energiesystem der Zukunft entstehen, ein gleichstrombasiertes Smart Grid für die Industrie. Das mit 6 Mio. Euro geförderte Projekt wurde von 15 Verbundpartnern gemeinsam mit 11 assoziierten Partnern im ZVEI initiiert und wird von Siemens koordiniert. In den nächsten 3 Jahren sollen unter anderem Testanlagen bei den Unternehmen Daimler, Homag Group und KHS errichtet werden.

++ Internet der Dinge: Neue Task Force gegründet
Der VDE (Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik) und das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT haben die Task Force „Trusted Computing zur sicheren Geräte-Identität und –Integrität“ gegründet. Ziel der Task Force ist es, Anforderungen der Industrie zu sammeln, gemeinsame Lösungen zu identifizieren, sichere Schnittstellen zu entwickeln und Standards für das Internet der Dinge zu schaffen. Die Task Force dient dem technologiebezogenen Austausch zwischen unterschiedlichen Anwendungsdomänen wie z.B. der Smart Home-Umgebung.
Die zunehmende Integration und Vernetzung von Geräten und Maschinen eröffnet laut dazugehöriger Pressemitteilung neue Angriffs- und Ausfall-Risiken. Erst eine vertrauenswürdige Hardware, Software und die verlässliche Feststellung der jeweiligen Identitäten würde die Basis für eine gesicherte Datenverarbeitung ergeben („Trusted Computing“). Deshalb stehen vor allem die Themen Security by Design, Machine-to-Machine Communication, Identität und Integrität von Geräten und Systemen sowie Hardware-Vertrauensanker wie beispielsweise das Trusted Platform Module (TPM) im Fokus. Der VDE und das Fraunhofer SIT laden Experten der Netzbetreiber, Systemtechnikhersteller, Hochschulen bzw. Forschungsinstitutionen dazu ein, in der Task Force mitzuarbeiten.

++ EDNA Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation sucht Start-ups

Der EDNA Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation hat eine eigene Start-up-Initiative ins Leben gerufen. Wie der Verband mitteilte, werden dort junge Unternehmen aufgenommen, die nicht länger als 2 Jahre auf dem Markt aktiv sind und sich mit Produkten oder Dienstleistungen rund um das neue EDNA-Kernthema „Energie 4.0“ beschäftigen. EDNA will dadurch vor allem auch das eigene Themenspektrum deutlich erweitern. Dazu werde der Verband künftig auch mit verschiedenen Start-up-Plattformen zusammenarbeiten.
Die Marktkommunikation bleibe weiter ein wichtiger Inhalt der Arbeit des Bundesverbands, da sie auch in Zukunft die Voraussetzung für die funktionierende Interoperabilität zwischen den Marktteilnehmern schaffen werde. Deren Prozesse würden künftig aber deutlich vielfältiger und dezentraler als heute und würden zahlreiche Möglichkeiten bieten, neue Geschäftsideen umzusetzen. „Mit der EDNA-Start-up-Initiative wollen wir vor allem auch junge Unternehmen gewinnen, die hier neue Ideen entwickeln und ausprobieren wollen – und dies im Austausch und eventuell auch mit der Unterstützung von erfahrenen Marktteilnehmern. Umgekehrt bietet das natürlich auch unseren derzeitigen Mitgliedern die Chance, von den ‚Jungen‘ und hoffentlich auch manchmal ‚Wilden‘ zu lernen, so dass wir gemeinsam neue Wege finden und gehen können“, erläuterte EDNA-Geschäftsführer Rüdiger Winkler.

++ devolo entwickelt intelligenten Stromzähler

Die Aachener devolo hat ihr Produktportfolio im Geschäftsbereich Smart Grid erweitert. Mit einem intelligenten Stromzähler bietet der Hardware-Hersteller nun von der Datenerfassung über die Datensicherheit bis hin zur Datenkommunikation die gesamte Hardware für das Smart Metering. Wie devolo bekannt gab, kann der FNN-konforme 3. HZ Basiszähler als moderne Messeinrichtung eingesetzt werden. Mit dem integrierten Doppeltarifzählwerk kann der Energieversorger dem Kunden einen Doppeltarif anbieten, ohne dass ein intelligentes Messsystem installiert sein muss. Der 3-phasige devolo 3. HZ Basiszähler kann darüber hinaus als Bestandteil des intelligenten Messsystems eingesetzt werden. Die integrierte Hutschiene bietet Platz für ein Smart Meter Gateway sowie eine Steuerbox oder die Kommunikationstechnik.
Die sehr hohe Messgenauigkeit (MID-Klasse A, B) in beide Energieflussrichtungen sowie die elektromagnetische Störfestigkeit seien laut Unternehmensangaben besondere Merkmale des neuen Zählers. Der devolo Zähler wurde speziell für die Anforderungen im Haushalt und Kleingewerbe konzipiert. Die ersten Feldtests des devolo Basiszählers sollen im September 2016 starten. Voraussichtlich im 2. Quartal 2017 soll das Serienprodukt dann verfügbar sein. Das Aachener Unternehmen plant, den neuen Stromzähler auf den ZVEI Metering Days erstmals der Öffentlichkeit vorzustellen.

++ Studie: Digitalisierung in der Stromwirtschaft schreitet zu langsam voran
Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat den aktuellen ZEW-Energiemarktbarometer, eine Umfrage unter ca. 200 Energiemarktexperten/-innen aus Deutschland und Frankreich veröffentlicht. Die Umfragen zeigen laut ZEW, dass die Geschwindigkeit der Digitalisierung in beiden Ländern als zu langsam wahrgenommen wird.
Insgesamt 40% der deutschen Energiemarktexperten/-innen halten die Geschwindigkeit in Deutschland für angemessen, während 41% beziehungsweise 6% sie für zu gering oder viel zu gering erachten. Die absolute Mehrheit der französischen Befragten hält die Geschwindigkeit der Digitalisierung in Frankreich für zu gering. Nur für insgesamt 33% der französischen Befragten schreitet die Digitalisierung in einem angemessenen Tempo voran. Mit Blick auf die deutsche Stromwirtschaft bewertet die relative Mehrheit der deutschen Befragten den Stand der Digitalisierung noch als durchschnittlich verglichen mit anderen westeuropäischen Ländern, während die Geschwindigkeit des Fortschritts als zu gering empfunden wird.

Messwesen in den Medien
++ Smart Meter: Wer zahlt für die Energiewende?
http://www.sz-online.de/nachrichten/wer-zahlt-fuer-die-energiewende-3479739.html
++ Bund will Netzentgelte gerechter verteilen
http://www.energiezukunft.eu/netze/netzausbau/bund-will-netzentgelte-gerechter-verteilen-gn104260/
++ De Maizière warnt vor Angriff auf Stromversorgung
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-08/bundesregierung-thomas-de-maiziere-stromversorgung-konzept-zur-zivilverteidigung
++ Smart Cities-Die vernetzte Stadt
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/immobilien/smart-cities-die-vernetzte-stadt-14398252.html
++ Gebäudeautomation ohne zentrale Steuereinheit
https://www.zfk.de/strom/smart-energy/artikel/gebaeudeautomation-ohne-zentrale-steuereinheit.html
++ Was bedeutet Digitalisierung für die Gesellschaft?
https://www.ndr.de/nachrichten/netzwelt/Was-bedeutet-die-Digitalisierung-fuer-die-Gesellschaft,datenschutz440.html